Gartenvielfalt – Artenvielfalt Ein Denkanstoß für Kirchengemeinden und Christenmenschen

Am Anfang war der Nutzgarten, Quelle des Lebens und der Lebensfreude. So sehen es die Erzähler der biblischen Schöpfungsgeschichten, besonders jener von der Paradies-Oase, dem Garten Eden. Der Schöpfer, die Schöpferin – jedenfalls unser Gott, nicht auf ein Geschlecht festgelegt, wie es erst die Evolution hervorbrachte, ist selbst der „Gärtner von Eden“. Was er an diesem „Hot Spot“ des Lebens vereint, gleicht eher der wilden unbändigen Fruchtbarkeit der Mischkulturen, wie sie die Gärtnerinnen und Gärtner aller Jahrhunderte und Klimazonen geschaffen haben, als der Monotonie und Lebensfeindlichkeit, die sich in unseren pflegeleichten modischen Ziergärten ausbreitet. Moden und Zufallsimpulse ersetzen die Kenntnis der Bedürfnisse von Pflanzen und Tieren, der Wechselwirkungen zwischen ihren Lebenszyklen. In Millionen solcher Pseudogärten tauschen wir Zeit gegen Leben.

Mit jeder neuen Eigenheimsiedlung verliert die Schöpfung in unserem Land weitere von Menschen betreute Biotope, die diesen Namen verdienen. Kircheneigene Grundstücke machen dabei leider oft keine Ausnahme. Gerade dort meinen wir, Leben gegen Zeit und Geld eintauschen zu dürfen. Dabei ist unsere in so gut wie jeder Gemeinde des Landes grundbesitzende Kirche und dazu die mit ihr verbundenen Bürgerinnen und Bürger, eine mächtige Kraft für die Gegenbewegung zurück nach Eden.

Mut zu den richtigen Entscheidungen für grundbesitzende Gemeinden und Christenmenschen soll die Ausstellung „Gartenvielfalt – Artenvielfalt“ machen. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland EKM hat sie zusammen mit dem BUND in Auftrag gegeben. Seit zwei Jahren steht sie zur Verfügung. Die Autorin Karin Rohr verzichtet zugunsten der Motivation auf alle belehrenden Texte und weckt unsere Sehnsucht nach Gärten, in denen sich Gartenvielfalt wieder auf Artenvielfalt reimt, wie in Eden und noch vor wenigen Jahrzehnten in unseren Haus- und Kirchengärten.

Alles weitere zur Nutzung der Ausstellung, einschließlich eines Links auf alle Tafeln, findet sich nachfolgend.

GartenVielfalt – ArtenVielfalt

Wie wir die Natur in unsere Gärten einladen können
Vorbilder und Irrwege heutiger Gartenkultur aus Sicht des Naturschutzes

Eine Ausstellung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Umweltbeauftragter) und des BUND Kreisgruppe Herne – Text und Gestaltung Karin Rohr

Das Streben nach Rationalisierung und immer perfekterer Technik bestimmt unsere Gesellschaft. Es macht nicht Halt vor der Gartenkultur und hat unsere Gärten in den letzten 40 Jahren tiefgreifend verändert – zum Nachteil der Artenvielfalt. Gartenbesitzer sind oft hilflos, weil sie keine Vorbilder mehr kennen und nicht wissen, wie ein ökolo­gisch wertvoller Garten aussehen könnte. Hier setzt die die Ausstellung an. Sie zeigt die ganze Spannbreite heutiger Gartenkultur vom selten gewordenen Naturgarten bis zum wegrationalisierten Vorgarten dank Kiesaufschüttung. Sie will Sehgewohnheiten und Bewertungen beeinflussen und Anregungen zur Bewahrung der Schöpfung im eigenen Garten geben.

Sie ist nicht absichtlich mit Spezialwissen befrachtet und vermittelt die Botschaft durch prägnante Kurztexte und eindrucksvolle Fotos, gewürzt mit einer Prise Gartenphilosophie.

Es geht z.B. um folgende Fragen: Wie sieht ein Naturgarten aus? Warum sind heimische Hecken so wichtig für den Artenschutz? Was ist schlecht an einem makellos gepflegten Garten, der nur aus Kurzrasen und exotischen Büschen besteht? Warum sollte man Gartengehölze nicht im Baumarkt kaufen? Was geht uns das Artensterben an? Was können wir im Garten dagegen tun?

Hier ist ein Link zur Ansicht aller 33 Tafeln.
https://www.rohr.org/oc/index.php/apps/gallery/public/ZCb1qTxJQrR4JGP

Die Tafeln sind ohne technische Hilfsmittel wie Stativ usw. abfotografiert worden und geben leider die Farbqualität nur unvollkommen wieder, liefern aber die komplette Themenübersicht und einen Eindruck vom Stil. (Im Anhang befindet sich eine Word-Datei mit dem Text aller Schautafeln.)

Technisches
Die Ausstellung besteht aus 33 wetterfesten laminierten Papptafeln mit Ösen (50 x 70 cm). Sie kann gegen Erstattung der Portokosten (je 14,99 € für einen Postweg) ausgeliehen werden.

Bestelladresse:
Karin Rohr, Walther-Rathenau-Str. 19, 39167 Niederndodeleben Tel: 039204/82764 Mail: karin@rohr.org

Über Harald Rohr

Ich bin Jahrgang 1940 und lebe als ev. Pfarrer i.R. in Niederndodeleben bei Magdeburg. Mehr über mich
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