Flüchtlinge: Kontroverse um sog. Transitzonen im Asylverfahren (18.10.2015)

Treuer Gott, du gehst mit allen Völkern den Weg durch die Zeit,
auch mit uns.

In diesen Tagen umwälzender Veränderungen
durch die Wirklichkeit der gewaltigen Flüchtlingskrise
bitten wir:

gib uns Augen, die die neue Wirklichkeit sehen
und begreifen, Schritt für Schritt;

damit wir uns nicht an trügerische Phantasien klammern,
wie sie genährt werden durch die Forderung
nach großen Transitzonen an unseren Grenzen;

damit die Abweisung von Armutsflüchtlingen
nicht doch herhalten muss
zur Beruhigung unserer Zukunftsängste.

Du wirst uns die Augen öffnen
für deinen Weg mit uns,
mit uns allen.

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Frierende Flüchtlinge in unbeheizten Zelten (18.10.2015)

Barmherziger Gott, wir rufen dich an
als Beistand und Nothelfer für alle,
die direkt und indirekt zu leiden haben

unter den Nöten,
die die jahreszeitliche Kälte
in den Flüchtlingsunterkünften mit sich bringt:

für die Flüchtlinge selbst,
noch zu Zehntausenden untergebracht in nicht beheizbaren Zelten,
in Ängsten um die Gesundheit ihrer Kinder,
eingehüllt in alles,
was Wärme spenden kann;

für die Helferinnen und Helfer,
die sich dem massenhaften Ausbruch
von Erkältungskrankheiten entgegenstemmen;

für die Mitarbeitenden der Behörden,
die sich im Bemühen um menschenwürdige Quartiere
vielerorts überfordert und entmutigt sehen
durch immer neue Massen von Schutzsuchenden:

schenke ihnen allen die Momente,
in denen sie das menschliche Antlitz der anderen entdecken
und dadurch fähig werden, ihren Teil
an den schweren Lasten dieser Tage zu tragen.

 

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Deutsche Kurden und Türken unter dem Schock des terroristischen Massenmordes in Ankara (18.10 2015)

Gott, du Quelle des Trostes,
wir befehlen dir unsere Landsleute kurdischer und türkischer Herkunft an,

die das Entsetzen gefasst hat angesichts
des terroristischen Massenmordes in Ankara.

Viele von ihnen, Kurden und Türken,
einst als Flüchtlinge zu uns gekommen,
bevor sie zu Bürgerinnen und Bürgern geworden sind.

Viele aber bis heute getrennt
durch unvereinbare Hoffnungen und Ideale:

Führe die kurdischen Menschen in eine Trauer,
die nicht nach Rache schreit;

leite all unsere kurdischen und türkischen Landsleute
zu der Erkenntnis, dass kein Ideal und kein Recht
das Blut meines Nachbarn und seiner Kinder wert ist.

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Welternährungstag 16. Oktober: Fluchtgrund nackter Hunger

Treuer Gott, du gehst mit ihnen,
mit den Hungerflüchtlingen,
die nie die Grenzen unseres Landes erreichen,

mit den Flüchtlingen, die wir angesichts
hoffnungsvoller Statistiken zum „Welternährungstag“ in dieser Woche
am liebsten vergessen möchten,

die doch ihre Heimat verlassen müssen,
weil die verletzlichen Klimakreisläufe zerbrochen sind,
weil Äcker verdorren und Herden verdursten,

Flüchtlinge aus ärmsten Ländern,
aufgenommen von armen Ländern und Völkern
vor allem in Afrika.

Mache unsere Herzen weit
und unseren Gerechtigkeitssinn lebendig,

damit wir die Menschenrechte der fernen Hungerflüchtlinge verteidigen
und ihr schweres Schicksal begreifen
als letzte Warnung an uns alle.

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Syrien, Afghanistan: die Kriege nähren die Flüchtlingsströme (11.10.2015)

Gib uns Ohren, die auch deine Stimme hören,

wenn wir von neuen Kriegsparteien, von neuen Feindschaften,
von neuen Schreckensszenarien in der Heimat
vieler Flüchtlinge erfahren,
wie jetzt aus Syrien und Afghanistan,

damit wir die Verzweiflung der Schutzsuchenden begreifen,

damit wir Bürgerinnen und Bürger die Mitverantwortung unseres Landes
erkennen und hinterfragen,
angesichts der Versuche,
durch Kriege den Frieden zu gewinnen,

damit wir Christinnen und Christen
der Stimme Jesu zu folgen vermögen,
der sein Leben
und unser Leben dir anvertraut
und nicht dem Schutz der Waffen.

Weiche dort nicht von der Stelle,
wo Verantwortliche ehrlichen Herzens bemüht bleiben,
Propaganda und Machtinteressen des Krieges in Syrien
zu durchdringen
und dem Frieden näher zu kommen.

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Zehntausend täglich: unabsehbare Flüchtlingszahlen; gesellschaftlicher Wandel (4.10. 2015)

Wir bitten für uns alle,
deren Lebenswege du in deiner Hand hältst:

für das müde Volk der Flüchtlinge
aus vieler Herren Länder,

die – bisher unvorstellbar – zu Zehntausend jeden Tag
Zuflucht suchen bei uns;

die dadurch ohne Schuld ihre menschenwürdige Aufnahme
immer schwieriger machen
und so mancherorts miteinander in Konflikt geraten,
ihnen selbst und uns allen zum Schaden:

schenke ihnen, was sie in der qualvollen Enge ihrer Quartiere
so nötig brauchen:
kluge und einfühlsame Menschen,
die die besonderen Gefahrenmomente
des mühseligen Zusammenlebens rechtzeitig erkennen
und im rechten Moment das Richtige sagen und tun.

Ebenso bitten wir für uns, die Einheimischen:
um die Gaben der Ehrlichkeit und der Urteilsfähigkeit,

damit uns der noch unabsehbare Zustrom der Flüchtlinge
nicht zu Gefangenen unserer Ängste und Vorurteile macht,

damit wir darauf vertrauen können,
dass dieses Land
auch in Zeiten eines historischen Umbruchs
die Heimat aller seiner Kinder bleiben wird,

weil deine Liebe jedem dieser Kinder gilt.

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Humanitäre Notstände in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten (27.09.2015)

Gerechter Gott, du bist Zeuge der Hungermahlzeiten
in den riesigen Flüchtlingslagern
jenseits der syrischen Grenzen
in Jordanien, im Libanon , in der Türkei.

Dich schmerzt das Schicksal der Kinder,
die betteln müssen,
statt lernen zu dürfen.
Du leidest mit denen, die keine Hilfe finden in ihrer Krankheit.

Sei und bleibe der Ratgeber dieser Ärmsten der Armen.
Sprich mit ihnen, so wie du auch uns antwortest
in den dunklen Stunden unseres Lebens,

damit unsere fernen Nächsten entscheiden können,
was sie tun wollen, was sie tun müssen,
im Kampf um um ihr Leben und das ihrer Kinder.

Wir danken dir für den verborgenen Großmut so vieler,
die in den Nachbarländern Syriens
Flüchtlingen helfen, zu überleben,
auch außerhalb der Lager.

Wecke politische Vernunft in allen,
in deren Macht es liegt,
in den Flüchtlingslagern des Nahen Ostens
menschenwürdiges und hoffnungsvolles Überleben
finanziell zu ermöglichen,

zuerst in unserem eigenen Land.

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Flüchtlinge: Ungarischer Grenzzaun geschlossen; Grenzkontrollen in verschiedenen Ländern (20.09.2015)

Treuer Gott, bleibe Beistand und Weggefährte
der ungezählten Flüchtlinge,
die jetzt auf dem Balkan
und an vielen Grenzen Europas
vor neuen Hindernisses stehen
auf der Suche nach einer sicheren Zuflucht.

Wecke in denen,
die jetzt in verzweifelter Entschlossenheit
andere Wege suchen,
die Kraft, durchzuhalten bis ans Ziel,
besonders in denen, die die Kinder tragen.

Halte die Flüchtlinge in unserem Gedächtnis,
denen jetzt drakonische Strafen drohen,
weil sie die ungarische Grenze zu spät und unerlaubt überschritten haben,

damit eine brutale Staatsraison
nicht an verzweifelten Menschen praktiziert wird.

Bleibe den Zehntausenden nahe,
mit denen du in diesen Tagen
den Weg zu uns gegangen bist,

damit sie in ihren notdürftigen Quartieren
verstehen und beherzigen,
wie viel Geduld der Neuanfang ihnen abverlangen wird.

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Flüchtlinge: Haltung von Kirchenführern und Gemeinden (13.09.2015)

Herr Gott, Heiliger Geist,
festige unsere Verbindung mit Jesus,
der uns dazu anhält, die Fremden bei uns aufzunehmen,
wie ihn selbst,

damit unsere Gemeinden und unsere Sprecherinnen und Sprecher
seinem Beispiel folgen;
damit wir glaubwürdig sind als die Hände und die Stimme Jesu
angesichts der Ängste und der Not
der vielen Zuflucht Suchenden.

Wir danken dir für alle öffentlichen Worte
vorbehaltloser Nächstenliebe und Solidarität,
die die Sprecher vieler Kirchen
in diesen Tagen gefunden haben.

Wir bekennen dir aber auch unsere Scham,
angesichts verleumdender Bischofsworte
in der feindseligen Sprache der Kreuzzüge,
die in die Weltpresse gelangt sind.

Sei und bleibe der Wegweiser, überall
wo christliche Gemeinden darüber beraten,
wie sie an ihrem Ort
zur menschenfreundlichen Aufnahme
und zur praktischen Hilfe
für Flüchtlinge beitragen können,

damit Schritt für Schritt dein Wille geschehe,
da, wo wir leben auf Erden
auch durch unser Zutun.

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Armutsflüchtlinge aus den Ländern des westlichen Balkan (6.09. 2015)

Gott, unser Lebensquell,
Du selber weckst in uns die Entschlossenheit,
bittere Armut und Hoffnungslosigkeit zu überwinden.

Darum bitten wir für unsere europäischen Nachbarn,
die Menschen aus den Ländern des westlichen Balkan,
die bei uns politisches Asyl beantragen,
fast immer ohne Aussicht auf Anerkennung:

erhalte ihnen den Lebensmut,
der sie angetrieben hat, auch dann,
wenn sie, oft ärmer als zuvor,
in ihre Heimat zurückkehren müssen.

Erinnere die politisch Verantwortlichen
und uns Bürgerinnen und Bürger,
an die Absichtserklärungen dieser Tage,
bald neue legale Zugänge zu unseren Arbeitsmärkten zu öffnen.

Wir bitten auch für die Frauen und Männer,
die die Anträge der Asylbewerber vom Balkan bearbeiten müssen:

erhalte ihnen die Freiheit des Urteils und des Gewissens,
damit sie die Schicksale der tatsächlich Verfolgten erkennen
und ihnen – gelegen oder ungelegen –
den Schutz unseres Asylrechtes zusprechen.

Für uns selber bitten wir:
bewahre uns vor Hochmut und Selbstgerechtigkeit,
weil wir in vergleichbarer Not
selbst den Weg der Armutsflüchtlinge wählen würden,
so weit die Füße tragen.

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