Fürbittengebet: “Friede auf Erden” 2014: Weihnachten im Krieg für viele Kirchen und Länder

Du Gott des Friedens,
verbinde unsere Herzen und Gewissen
mit unseren Glaubensgeschwistern in vielen Ländern,
die Weihnachten 2014 die Botschaft vom „Frieden auf Erden“ hören

im Krieg, bedroht von Terror, auf der Flucht,
in banger Ungewissheit, was morgen sein wird.

Hilf uns zu begreifen, dass Jesus, das Kind, viel mehr ist,
als ein Teil unserer Idylle;

sondern vom ersten Tag an
Zeichen und Beweis deiner Parteinahme
für alle, die unter die Räuber gefallen sind,
unter die Tyrannen und Kriegsherren,

so, wie die Opfer der vielen Kriege und Bürgerkriege,
die wir nur dem Namen nach kennen,
du aber wirklich,
als unser mitleidender Gott,

mitleidend mit Christinnen und Christen
und all ihren Landsleuten anderer Religion und Weltanschauung, Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gebete zum Zeitgeschehen | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Richter und wir Dicken

Keine Diskriminierung am Arbeitsplatz wegen Übergewicht! Von diesem Rechtsstreit verstehe ich was. In den 80er Jahren gab es Zeiten, als ich mich namens und im Auftrag meiner Kirche gegen den Hunger in der Welt ins Zeug zu legen hatte – mit bis zu 110 Kg Lebendgewicht. Fürwahr eine Behinderung, wenn auch vielleicht nicht ganz im Sinne des Europäischen Gerichtshofes. Der ließ jetzt stark übergewichtigen Werktätigen Rechtsschutz angedeihen; angestoßen durch den Fall eines Dänen. Der wollte, wie seinerzeit ich selbst, einen besonders den Menschen zugewandten Beruf weiter ausüben – obwohl eine normale Badezimmerwaage in seinem Fall an ihre Grenzen kam.

Die Richter hat nicht interessiert, dass die allermeisten der 1,4 Milliarden Dicken unserer Tage kräftig und ausdauernd zu ihren Erscheinungsbildung beigetragen haben, samt den seelischen und körperlichen Folgen. Für sie galt die objektiv eingetretene Behinderung samt dem Rechtsgrundsatz, dass Behinderung im Erwerbsleben nicht zu Diskriminierung führen darf.

In meinem Arbeitsleben nach Dicken-Diskriminierung zu suchen, wäre Zeitverschwendung. Aber behindert, behindert habe ich mich zuallererst selbst. Schließlich ging es mir ehrlichen Herzens darum, Schülern, Gottesdienstbesuchern, Zeitungslesern, kurzum jedermann in meiner Reichweite die bösen Mechanismen des von Menschen gemachten Hungers zu erklären. Und das nicht als Selbstzweck, sondern in der Absicht, sie als Streiterinnen und Streiter für das Menschenrecht auf Nahrung zu gewinnen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glossen, Kommentare | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Fürbittengebet: Heiligabend, Landesweite “Brot für die Welt-Kollekte”, Satt ist nicht genug

Dieser Text ist Bestandteil des Fürbittendienstes zum Zeitgeschehen der Aktion “Brot für die Welt” und des Eine Welt-Zentrums Herne, NRW

Der Text ist gedacht als kurzes Segensgebet über der eingesammelten Kollekte

Treuer Gott, Du bist die Quelle der Lebenskraft,
die unser Tägliches Brot hervorbringt,
vielfältig, gesund und genug für uns alle.

Deshalb bitten wir um deinen Segen und deinen Schutz
für die Partnerinnen und Partner
unserer Aktion Brot für die Welt,

die der Mangelernährung eines großen Teils der Menschheit
den Kampf angesagt haben
und dabei auch die Kollekte dieses Heiligabends nutzen werden:

lass sie und uns erleben,
dass Kinder aufblühen,
weil sie essen können können, was gesund ist,

dass Erwachsene aufbrechen nach ihrer Mahlzeit,
nicht nur notdürftig gesättigt,
sondern gestärkt für ihr schweres Tagewerk.

Veröffentlicht unter Gebete zum Zeitgeschehen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fürbittengebet: Terroristischer Massenmord an Schulkindern in Peschawar, Pakistan

Dieser Text ist Bestandteil des Fürbittendienstes zum Zeitgeschehen der Aktion “Brot für die Welt” und des Eine Welt-Zentrums in Herne, NRW

 

Wir bitten für unsere Mitmenschen in der Konfliktregion
im Westen Pakistans:

befreie sie aus der Gefangenschaft der Rachegefühle,
durch die sie einander lähmen,
ausweglos, die einen wie die anderen,
durch Bluttaten, die keines Menschen Herz erträgt,

wie zuletzt beim Massenmord an Schulkindern in Peschawar.

Wir danken dir,
du Gott, der Versöhnung stiftet,
dass du uns Menschen die Rache aus der Hand nehmen willst,
damit der Schmerz der Feinde an den Gräbern seiner Kinder
eines Tages auch unser Schmerz werden kann,

und danach ein Weg zum Frieden.

Veröffentlicht unter Gebete zum Zeitgeschehen, Menschenrechte | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fromme Rächer

Dieser Tage zappe ich in so ein History-Channel-Programm rein. Held der Stunde ist Wallenstein, Kriegsunternehmer im Dreißigjährigen Krieg, Geschäftspartner des katholischen Kaisers. Aber während der Minuten meiner Stippvisite vor dem Bildschirm geht es um Gustav II Adolf, evangelischer Schwedenkönig, Heroe meiner Kindertage, als man sich und uns Kinder noch gern an innerchristliche „Heilige Kriege“ erinnerte.
Gustav Adolf erobert im Nachmittagsprogramm gerade Bayern und marschiert in München ein. Was bleibt dem Kaiser da übrig, als den zuvor geschassten Wallenstein erneut anzuheuern, um der Ketzerarmee Herr zu werden. Man trifft sich 1632 auf dem Schlachtfeld von Lützen, hier im heutigen Sachsen-Anhalt. Gustav Adolf, der Rächer von Magdeburg, findet den Tod und die protestantischen Minderheiten kommender Jahrhunderte ihren Schutzpatron.

Aber die History-Redaktion kann es nicht lassen. Sie erinnert nicht nur an 20. Mai 1631, ein gutes Jahr vor Lützen, den Tag des unvergessenen Massakers des Katholikenheeres unter Oberbefehlshaber Tilly an der Bevölkerung von Magdeburg. Sie muss unter Nutzung alter Holzstiche unbedingt auch erklären, was im Dreißigjährigen Krieg mit einem „Schwedentrunk“ gemeint war: das zwangsweise Einflößen von Jauche in die Leiber der Folteropfer, um anschließend auf ihnen bis zum Tode herumzutrampeln. Durch meine Konfessionsbrille gesehen waren die Täter die Guten, evangelische Landsknechte.
Natürlich mache ich mir über Gut und Böse bei diesem eine Generation andauernden Morden, das einem Selbst-Genozid der Volksgruppen des späteren Deutschland nahe kam, schon lange nichts mehr vor. Auch nicht über die Dominanz von Machtansprüchen und -Phantasien, verglichen mit den Glaubenssachen.

Aber gerade deshalb stellt sich unwillkürlich die Gedankenverbindung her, als heute die Meldung über das schreckliche Gemetzel eines Taliban-Kommandos in einer Schule im westpakistanischen Peschawar über die Sender geht. Die Eltern der toten Jungen und Mädchen, sollen denselben Schmerz fühlen wie wir, heißt es von Seiten der Auftraggeber. Denn Eltern und Schule gehören zum Militär, dass im Herrschaftsbereich der pakistanischen Taliban blutig Bürgerkrieg führt. US-Drohnen fliegen und töten an ihrer Seite. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kommentare | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kein “Asylat” – nur ein Schreibfehler?

Die Kamera wischt nur kurz über die Hauswand der abgefackelten Flüchtlingsunterkunft im bayrischen Vorra. Die Fernsehredaktion will wahrscheinlich ihrer Berichtspflicht genügen, ohne den Tätern zu viele Sekunden Sendezeit einzuräumen.
Aber die wenigen Augenblicke genügen, um ihre über das Hakenkreuz-Firmenlogo hinausgehende Botschaft mitzulesen: „Kein Asyla..t“. Kein was? Fehlt da ein Buchstabe? Oder, schießt es mir augenblicklich durch den Sinn, war da jemand wortschöpferisch tätig? Ein Asylat kennt das deutsche Flüchtlingsrecht wohl kaum. Da ist von Asyl, von Asylbewerbern, Asylrecht, im glücklichen Fall von Anerkennung als politischer Flüchtling die Rede. Aber Asylat? Nie gehört.

Also bleiben die Hast des Fanatikers mit der Spraydose, oder eine Wortschöpfung, die sich seit einigen Monaten anbieten könnte. Seit die mordenden IS-Banden im Juni ihr Kalifat mit dem schrecklichen Theologen Abu Bakr al-Bagdadi an der Spitze in die Welt gepostet haben. Ihr Kalifat, also einen nostalgischen Gottesstaat mit einem Theokraten an der Spitze, gegen dessen Machtanspruch auch die machtgierigsten Päpste unseliger Kirchengeschichte Waisenknaben bleiben. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kommentare, Menschenrechte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ich soll PEGIDA ernst nehmen

Umständlicher geht’s kaum: „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, PEGIDA. Von Tag zu Tag werden es aber mehr prominente Politiker, die mir raten, ich solle jene Nachbarinnen und Nachbarn ernst nehmen, die sich zu Tausenden in Dresden und anderswo hinter diesem neuen politischen Feldzeichen sammeln. Lauter saubere, treue Bürger seien das, nicht braun, noch nicht einmal bräunlich, nur erfüllt von ehrlicher Sorge – und nicht verantwortlich zu machen für ein paar Demo-Organisatoren, denen schon mal ein Hitlergruß unterläuft.
Also, vom Anhaltiner zum Sachsen: wo drückt euch denn der Schuh? Ich darf das so direkt fragen, denn beide Landschaften sind ja Teile Europas, für das erklärtermaßen euer Patriotenherz schlägt.
Da seid ihr natürlich ein gewaltiges Stück weiter als diese dämlichen UKIP-Briten, denen flott das Wörtchen „shit“ über die Lippen flutscht, wenn die Rede auf Europa kommt. Euer Patriotismus ist auch den Griechen und Italienern über, die kein gutes Haar an unserer deutschen Mutti lassen. Selbstverständlich freut ihr euch auch über die Niederlassungsfreiheit, die unsere orthodoxen Mitchristen aus Bulgarien in EU-Europa genießen; ganz zu schweigen von den seit Generationen zuverlässig katholischen rumänischen Roma. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glossen, Kommentare, Menschenrechte, Satire | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Christus-Burger?

Nee, kein Lesefehler und auch kein Druckfehler. Da begrüßt mich im Advent 2014 am Hauptbahnhof tatsächlich das neue Weihnachtslied „Ihr Rinderlein kommet“, auf einem Plakat im Hauswandformat, mit eindeutigem Bildmotiv: Nikolausmütze und weißes Struwwelhaar beschirmen einen Rindfleisch-Burger unbekannter Provenienz.
Mein stiller Fluch ist nicht druckreif. Er gilt den Werbefuzzis eines Lieferservice, dessen sich landesweit eine Menge Einzelbräter,- Frittierer und -Bäcker bedienen.
Wortspielchen dieser Qualität schüttelt jeder Muttersprachler weltweit ziemlich mühelos aus dem Ärmel. Ein harmloses Vergnügen, selbst wenn´s mal etwas verletzend oder schlüpfrig klingt. Wir hängen unsere privaten Buchstabenspielereien ja nicht an die große Glocke.

Aber das hier ist die neue schäbige Masche: Kohle machen mit der Resteverwertung christlicher Volksfrömmigkeit, ohne Rücksicht darauf, wie viele Pizzakunden doch etwas dagegen haben, christlich-weihnachtliche Kinderlieder einfach so in die Werbetonne zu kloppen. Protest von den vergreisten Kirchen ist nicht zu erwarten. Die Religionslosen finden´s hoffentlich geil. Und die Muslime haben sowieso längst verstanden, dass die Deutschen für die Religion ihrer Vorfahren nur noch Hohn und Spott übrig haben.
Die Sache ist für mich im Vorübergehen erledigt. Oder doch nicht ganz. Mit quasi professionellem Interesse nehme ich noch einmal das Gesamtmachwerk in den Blick – und entdecke erst jetzt den dicksten Hammer: unter dem Rinderlein-Gag steht in schlechtem, weil missverständlichen Deutsch die fiktive Erfolgsmeldung: „Jetzt Christus geliefert: von einem unserer 10.000 Lieferdienste.“ Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glossen, Kommentare, Satire | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kleinviehvernunft siegt

Es gibt ein paar Wächter über meinen Lebensstil, die lassen sich kaum hinters Licht führen. Dazu gehört etwa die Personenwaage im Badezimmer. Ein anderer ist die Stromrechnung, alle Jahre wieder. Mein Stromlieferant gehört zu den Guten. Er verschont uns mit Atomstrom und fossiler Kraftwerks-Feuerung. Aber auch bei ihm ist eine Kilowattstunde eine Kilowattstunde. Und selbst wenn ich die Verbrauchszahl unterm Strich ignorieren wollte, meine Frau würde mich mit der Nase drauf stoßen.
Also, die Wahrheit 2013/14 lautet: 1.172 Kw/h. Peinlich, peinlich, im Zeitalter des menschengemachten Klimawandels gehöre ich zu den Erwachsenen, die mit so einer wichtigen Kennzahl erst einmal nichts anfangen können. Ich kann der Abrechnung nur entnehmen, dass es bei der monatlichen Pauschale eine kleine Überzahlung gegeben hat, die jetzt zu unseren Gunsten verrechnet wird.
Aber ansonsten, wieviel sind 1.172 KW/h in einer fünf-Zimmer-Altbau- Mietwohnung? Ich frage die „Allwissende Müllhalde“, das Internet. Zuerst gerate ich an die Stadtwerke einer Großstadt, die das anpreisen, was wir seit Jahr und Tag schon nutzen: Ökostrom. Diese kommunalen Kaufleute gehen davon aus, dass wir zu zweit mit einem Jahresverbrauch vom 2.600 KW/h zu rechnen hätten. Darauf fußt ihre Modellrechnung. Da fällt mir wieder ein, dass meine Frau mal was von 1.600 KW/h gesagt hat, also glatten tausend weniger. Die hält unser Ökostrom-Lieferant im Zwei-Personen-Haushalt für erreichbar. Da müssen wir im Jahr des vierten WM-Sterns wohl ziemlich clever gewirtschaftet haben. Und das, obwohl unsere Stromnutzung so gut wie nichts mit einem mildem Winter und anderen Zufallsgeschenken zu tun hatte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glossen, Kommentare | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Adventsklima

Es beginnt sich herumzusprechen unter uns Normalbürgern: ein mageres Jahr bleibt unseren Regierenden noch, bis sie im Advent 2015 in Paris liefern müssen: einen globalen völkerrechtlich verbindlichen Klimaschutzvertrag, der die Chance bewahrt, dass das Klima auf Erden vor Ende des Jahrhunderts nicht vollends aus den Fugen gerät. EU, China, USA, alle wählen sie im Advent 2014 bei der letzten großen Vorbereitungskonferenz in Lima/Perú die Tonart der Besorgnis und des guten Willens, wie der Medientross ein wenig überrascht berichtet.
Andererseits, über die vermaledeiten zwei Grad, die wir inzwischen fast alle im Kopf haben, gibt es in Lima wohl eine ganze Reihe von Wahrheiten zu hören: von „Vergesst es!“, über „Möglich, aber unbezahlbar!“ bis zu „Das packen wir!“. Wir klimatologischen Laien können uns dann hinter dem Banner sammeln, das unserer Stimmung und Meinung nahe kommt. Auch hinter einem inoffiziellen, ziemlich destruktiven, auf dem zu lesen ist: „Zu spät! Gönnt euch noch ein paar schöne Urlaubsflüge in die Karibik und plant einen stilvollen Abgang!“
Vieles von dem Klimalatein, das sich auch die Regierenden übersetzen lassen müssen, verstehe ich nicht. Eins allerdings verstehe ich: zwei Grad plus, das ist etwas völlig anderes, als mein Duschwasser durch Drehen am roten Wahlknopf etwas wohliger zu temperieren. Ich fürchte, dieser Irrtum, aus dem Badezimmer in unseren Lebensraum übertragen, hält viele von uns noch im Dämmerschlaf. Das Ökosystem Erde ist nun mal keine warme Dusche, unter der ein nackter homo sapiens lediglich Erfüllung für ein einziges seiner vielen Bedürfnisse sucht. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Glossen, Kommentare | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert