Fürbittengebet: Welt-Malariatag der Weltgesundheitsorganisation WHO, 25. April

Dieser Text ist Bestandteil des wöchentlichen Fürbittendienstes zum Zeitgeschehen der Aktion “Brot für die Welt” und des Eine Welt-Zentrums in Herne, NRW

Mache uns fähig, Trauer zu empfinden
um die Hunderttausende von Kindern,
die auch in diesem Jahr der Armutskrankheit Malaria
zum Opfer fallen werden,

vor allem in Afrika
und dort im kriegsgeschüttelten Kongo.

Sei Rückhalt und Kraftquelle für alle,
die dem Malariatod geschwächter Kinder ein Ende bereiten wollen:

Mütter, Mitarbeitende der Gesundheitsdienste,
unter ihnen viele Partner unserer Kirche,

Frauen und Männer in der Gesundheitspolitik,

damit endlich erreicht wird,
was wir immer aufs Neue proklamieren:

dass Armut und Gewalt nicht die Kinder töten dürfen,
wo Hilfe menschenmöglich ist.

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Mare Nostrum – auch unser Meer

Mare Nostrum, der Name des abgebrochenen Flüchtlingsrettungsprogramms der italienischen Marine ist in unseren EU-europäischen Sprachgebrauch eingegangen, ob wir uns in der Schule mit Latein herumschlagen mussten oder nicht. Mare Nostrum, unser Meer, das war ursprünglich ein auf zwei Worte eingedampfter Machtanspruch. Rom war der Nabel der Welt. Und die zum Herzstück des Imperiums gehörenden Fluten waren das mare nostrum. Aber auch darüber hinaus galt an jedem Küstenabschnitt rund um unser Mittelmeer der Herrschaftsanspruch der Republik am Tiber, später dann der der römischen Cäsaren. Und die Cäsarenkarikatur Mussolini hat sich dann der Machtphantasie vom Mare Nostrum bedient, um seiner Eroberungspolitik den Mantel historischer Größe umzuhängen.

Was Italiens Regierung und Marine bewogen hat, ihre bis unter die Küste Libyens vorgeschobene Rettungsaktion sprachlich unter die Schirmherrschaft des alten Rom, wohl weniger die des Duce, zu stellen, kann ich nur vermuten. Am ehrenwertesten wäre es, wenn dieses besitzanzeigende Fürwort Nostrum, unser, die Anerkenntnis von unabweisbarer Mitverantwortung ausdrücken sollte. Damals, Ende 2013, nach dem Ertrinkungstod hunderter Flüchtlinge vor Lampedusa, hätte Nostrum also bedeutet: was auf diesem sog. Nebenmeer des Atlantiks passiert, geht auch uns etwas an. Und deshalb nehmen wir uns die Freiheit, dieses Mal nicht als Eroberer, sondern als Retter dicht unter fremden Küsten zu erscheinen und zu handeln. Weiterlesen

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Fürbittengebet: Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Armeniern 1915-1917, 24. April

Dieser Text ist Bestandteil des wöchentlichen Fürbittendienstes zum Zeitgeschehen der Aktion “Brot für die Welt” und des Eine Welt-Zentrums in Herne, NRW

Wir bitten um deinen Trost für die Nachkommen
des ermordeten Armenischen Volkes,
viele von ihnen unsere Glaubensgeschwister,

die nach 100 Jahren noch immer auf ein ehrliches Wort
der türkischen Staatsführung warten,

die deshalb keine Ruhe finden können,
dort, wo sie leben, in Armenien und in vielen neuen Heimatländern.

Wir danken dir für den Mut der Ehrlichen,
die es in der türkischen Gesellschaft wagen,
das Tabu zu brechen,
und an die Kriegsverbrechen
des untergegangenen Osmanischen Reiches zu erinnern.

Bewahre uns davor, erneut mitschuldig zu werden
an Leid und Tod Ungezählter,
weil wir, wie damals,
den Verbrechen eines politisch Verbündeten
nicht entgegen treten.

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25. April, Tag des Baumes : ein Lied mit traurigen und fröhlichen Strophen

Schade, dass ich das Pressefoto nicht zur Illustration meiner Worte benutzen darf: der kahlköpfige Alte sitzt rittlings hoch oben auf dem Starkast eines nahezu entrindeten Baumes und versucht, sich eben diesen Ast mit einem Fuchsschwanz als Brennholz zu sichern. Alltag armer Leute im Raum Skopje, Mazedonien 2015!

Brennholz

Ob Baumfreunden das passt oder nicht: mit der rasant wachsenden Menschheit wächst ebenso rasant immer noch die Zahl der Menschen, für die Holz als Energiequelle, vor allem zum Kochen, alternativlos ist. Hier passt das strapazierte Wort einmal, leider! Brennholz sammeln im Wald. Für viele Altersgenossen und mich selbst war das in den Nachkriegsjahren wichtige unverzichtbare Kinderarbeit. Bis um 1950 herum gehörte das zu meinen wiederkehrenden Pflichten. Wir heizten und kochten mit Holz, beides. Heute ist der Energieträger Holz etwas für innovationslustige Ökos; bei steigenden Kosten, weil immer mehr Gleichgesinnte auf dieselbe Idee kommen. Aber wer kann die Mütter zählen, die sich südlich von uns tagaus, tagein mit den Frage herumschlagen, woher das Holz für den Lehmherd kommen soll. Frauen, die nicht auf Petroleum, Kohle, Gas ausweichen können, von öffentlichen Stromnetzen ganz zu schweigen. Alles unbezahlbar bzw. unerreichbar. Holz, über immer weitere Strecken herbei schleppen, Holz, immer teurer bezahlen. Bei Brennholz gilt, was städtische Arme auch beim Lebensmittel Wasser erleben: je ärmer du bist, um so erbarmungsloser wirken sich die Preise im Überlebenskampf aus. Holz sparende Herdkonstruktionen und Feuerungstechniken sind deshalb eine Errungenschaft, die Eine-Welt-Hilfswerke gern präsentieren, Solarkocher desgleichen. Aber beides nützt verschwindend kleinen Zielgruppen, verglichen mit dem gigantischen Tag-für Tag-Problem.

Darum ist die kommerzielle Brennholzproduktion mit Hilfe schnell wachsender Monokulturen, z.B. von Eukalyptus, eine der großen agrarwirtschaftlichen Geschäftsideen unserer Tage. Weiterlesen

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Fürbittengebet: Tag des Baumes, 25. April

Dieser Text ist Bestandteil des Fürbittendienstes zum Zeitgeschehen der Aktion “Brot für die Welt” und des Eine Welt-Zentrums Herne, NRW

 

Du hast uns die Bäume geschenkt,
damit wir uns unter ihren Kronen treffen,
damit wir dort einander
und auch dir nahe sind.

Rüste uns aus mit dem Mut zur Wahrheit,
damit uns der internationale „Tag des Baumes“ in dieser Woche
nicht nur erinnert an unsere Sorgen
um die Wälder unserer Heimat
und um einzelne Bäume vor unserer Haustür.

Hilf uns zu begreifen, dass wir den Raubbau des Mammon
an den großen Wäldern des Südens
mit zu verantworten haben
durch unsere Ansprüche als Konsumenten,
so gar als gedankenlose Esser.

Stehe weltweit denen zur Seite,
die den Frevel an deiner Schöpfung
und den Schaden an unseren Lebensgrundlagen
eindämmen wollen.

Und lass die nicht aufgeben,
die auf einen Arm voll Feuerholz
für ihre nächsten Mahlzeiten angewiesen sind.

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Ihr Fahnenträger: wir müssen miteinander reden!

Was war das denn nun, vorhin gegenüber von Supermarkt und City-Parkplatz im kleinen Shopping-Quartier des brandenburgischen Städtchens Werder an der Havel? Eine deutliche Überzahl von Polizisten mit Demo-Ausrüstung muss Hütehund spielen für eine Kleingruppe von Neonazi-Schäfchen. Unter dem noch relativ unverbrauchten Logo „Partei Dritter Weg“ versuchen sie fern ihrer bayrischen Quellen jetzt den Start in Brandenburg.

Die Polizisten haben einen wenig strapaziösen Job. Die auf doppelte Tomatenwurfweite separierten Protestierer haben gar keine Tomaten dabei. Ein paar Dutzend Trillerpfeifen und diverse Poster, auf denen das Adjektiv „bunt“ als wünschenswertes Merkmal der Kommune genannt wird, fungieren als Meinungsmedien. Kleine Ansteckfähnchen mit der Aufforderung „Flüchtlinge willkommen heißen“ sind schon die Spitze dessen, womit man Neonazis zur Weißglut reizen kann. Vor allem die hier. Ihr ganz spezieller Homepage-Service gibt Rat zu der Frage „Wie verhindere ich die Errichtung eines Asylantenheims in meiner Nachbarschaft?“ samt interaktiver Lagekarte aller Flüchtlingsunterkünfte im Land. Reicht da unsere mehr oder weniger wortlose Anwesenheit, frage ich mich?

Die Bild- und Wortsprache der kleinen Neonazi-Gruppe ist einfach zu verstehen. Das Schlüsselwort des Tages lautet „Partei“. Das macht es den Jurist-innen in Bund und Ländern ein wenig schwerer, die Gruppe demnächst zu verbieten, wie das mit Vorgängerorganisationen ohne Parteistatus geschehen ist. Wir Brandenburger Kleinstädter werden offensichtlich für ahnungslos genug gehalten, dass uns der Parteiredner die Mär der spontan von frustrierten Bürgern aller politischer Himmelsrichtungen gegründeten nagelneuen Partei zuzumuten wagt.

Gewissen Eindruck macht mir die Doppelsinnigkeit des Parteinamens, grafisch dargestellt als römische III, umgeben von einem Lorbeerkranz im Mussolini-Design. Dritte Wege werden ja häufiger in verfahrenen politischen und sozialen Konflikten als der Weisheit letzter Schluss aus der Tasche gezogen. Auch meine Kirche verfährt so beim Arbeits- und Streikrecht, mit erheblichen Glaubwürdigkeitsverlusten. Andererseits löst die III jenseits der offiziellen Deutung unfehlbar die Erinnerung an das 3. Nazi-Reich aus, das politische Walhalla der braunen Szene im frühen 21. Jahrhundert. Darauf angesprochen, werden sie genussvoll dementieren.

Alles andere an dem Aufmarsch gegenüber dem ehrenwerten „Kaufland“ ist von durchschlagender Mickerigkeit, gemessen am Rabaukentheater der ersten „Kampfzeit“ vor 90 Jahren. Eine Handvoll junger Burschen im politischen Partnerlook hat breitbeinig rechts und links vom Rednerpult Aufstellung genommen und hält die Fahne hoch bzw. aufrecht. Ihre politischen Urgroßväter hatten als Saalschutz noch deutlich martialischere Aufgaben. Weiterlesen

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Neue Mietertugend: Bibergerechtes Verhalten

Eigentlich ist der Umzug ja beschlossene Sache. Ins Brandeburgische soll es gehen. Nicht morgen, auch nicht übermorgen. Aber auch nicht am Sankt Nimmerleinstag.

Als wir unsere Unterschriften beim künftigen Quartiergeber geleistet haben, waren wir noch einfältig-frohgemut. Letztes Jahr waren die Zeitungen ja auch noch nicht voll von Horrorstorys über entlaufene Kängurus und unberechenbare Wölfe, die dabei sind, unsere Hauptstadt einzukreisen und das allgemeine Lebensrisiko im Lande Brandenburg in ungeahnte Höhen zu jagen. Inzwischen sind wir gewarnt.

Wir haben uns diskret beraten, mit Tierkennern und den Herren Jacob und Wilhelm Grimm. Die Leute vom Zoo haben glaubhaft versichert, dass die Hüpfer aus Down Under nicht auf unsere Veranda drängen werden und sowieso schlechte Karten haben. Und die Neu-Brandenburger Wölfe? Die Wächter über unseren Märchenschatz waren angesichts unserer ängstlichen Fragen doch etwas befremdet: ob wir denn vom Rotkäppchen nicht gelernt hätten, dass Begegnungen zwischen Mensch und Wolf am Ende immer für den Wolf schlecht ausgehen?

So haben wir alles beim Alten gelassen und unsere Verträge nicht gekündigt. Bis jetzt! Jetzt allerdings schüttelt mich der Zweifel. Die Wohngenossenschaft will meine Unterschrift unter eine neue Klausel über „Bibergerechtes Verhalten.“ Sie haben richtig gehört: es geht um diese 20-Kilo-Brocken, die sich zu Zeiten der Ahnen landesweit und ungefragt in das Geschäft von Bauern, Fischern, Müllern eingemischt haben. Wo es ihnen passte, haben sie für ihren Komfort rücksichtslos kompakte Dämme gebaut und, ohne dafür zu bezahlen, massenhaft Uferbäume gefällt. Weiterlesen

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Fürbittengebet: Kriegsschauplatz Flüchtlingsquartier Jarmuk in Damaskus, Syrien

Dieser Text ist Bestandteil des wöchentlichen Fürbittendienstes zum Zeitgeschehen der Aktion “Brot für die Welt” und des Eine Welt-Zentrum Hernem, NRW

 

Deine Gerechtigkeit, deine Barmherzigkeit
haben uns einen neuen Namen gelehrt:
Jarmuk, den Flüchtlingsstadtteil, den Kriegsschauplatz
in Syriens Hauptstadt Damaskus.

Barmherziger Gott, bleibe solange dort,
wie die eingeschlossenen palästinensischen Flüchtlinge
dort bleiben müssen:

Kinder und Enkel von Flüchtlingen,
jetzt Geiseln verfeindeter Bürgerkriegsparteien,
in verzweifeltem Überlebenskampf, fast hoffnungslos.

Suche und finde die Tüchtigen, die nicht aufhören,
öffentlich und im Verborgenen
an Vernunft und Ansehen derer zu appellieren,
die den Menschen in Jarmuk das Leben zur Hölle machen.

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Flüchtlingslager: keine Oasen des Friedens! Also auflösen?

Der Nachricht war nur eine kurze Verweildauer in unseren Medien beschieden: Kenias Regierung will nach dem Massenmord somalischer al Shabaab-Terroristen an christlichen Studierenden der Uni Garissa das größte Flüchtlingslager der Welt, Dadaab nahe der Grenze zu Somalia, schließen lassen. Kein Geringerer als die Welt-Flüchtlingsorganisation UNHCR soll den Job binnen drei Monaten erledigen. 350.000, 400.000 Menschen sollen über die somalische Grenze zurück geschoben werden, in einen Landesteil, in dem die UN-Organisation handlungsfähig ist.
Falls der UNHCR nicht spurt, werde Kenias Regierung die Sache selbst in die Hand nehmen.

Ob das Thema ernsthaft auf Wiedervorlage im Terminkalender der internationalen Politik liegt, mag man bezweifeln. All zu sehr scheint die Wutrede des kenianischen Vizepräsidenten der verletzten und rasenden Volksseele geschuldet. All zu wenig hat sie mit logistischen Realitäten zu tun – und mit der Abhängigkeit Kenias von der Kooperation mit westlichen Partnerstaaten.

Beim UNHCR als Lager-Liquidator brauchen wir uns nicht lange aufzuhalten. Abgesehen davon, dass diese humanitäre Weltbehörde sich für das Ansinnen kaum bereit halten würde: die Dreimonatsfrist würde noch nicht einmal ausreichen, um die erforderlichen Finanzen bei mehrheitlich wohl sehr irritierten Geberländern einzusammeln. Also wäre die kenianische Regierung dran.
Da stelle ich mir jetzt mal vor, der Innenminister von Brandenburg bekäme zuständigkeitshalber die Order ein 350.000-Menschen-Lager bei Werder an der Havel aufzulösen und Leute zurück nach Dänemark zu schieben. Trotz all seiner Ressourcen an Menschen und Technik: wenn er es gut mit sich selber meint, wird der Mann augenblicklich zurücktreten. Weiterlesen

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Fürbittengebet: Etwa 400 Flüchtlinge zwischen Libyen und Sizilien im Mittelmeer ertrunken

Dieser Text ist Bestandteil des wöchentlichen Fürbittendienstes zum Zeitgeschehen der Aktion “Brot für die Welt” und des Eine Welt-Zentrums in Herne, NRW

Du hast gesehen, was wir nicht sehen konnten,
was unsere Augen nicht ertragen hätten:

das Ertrinken von Hunderten, die nicht schwimmen konnten,
und doch die Flucht aus Krieg, Armut und Hoffnungslosigkeit gewagt haben,
um den Preis ihres Lebens.

Gib uns ein neues Herz, wie Jesus es besitzt,
das unsere Fassungslosigkeit, unsere Lähmung,
verwandelt in tätige Menschlichkeit,

damit wir beitragen, was wir nach deinem Willen beitragen müssen,
als Glieder unserer Kirchen, als Bürger, als Nachbarinnen und Nachbarn

zum gerechten Teilen von Brot, Recht und Hoffnung
unter uns Menschen,

so wahr der Friede die Frucht der Gerechtigkeit ist.

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