Von 1989 bis 1994 erschien im Herner Lokalteil der westfälischen Kirchenzeitung „UNSERE KIRCHE“ eine wöchentliche Kolumne, die von „Felix, der Kirchenmaus“ unterzeichnet war.
Dahinter versteckte sich Harald Rohr, dem dieses Format erlaubte, alles zu sagen, was dran war. Denn dieses kleine erdachte Tierchen mußte man nicht so furchtbar ernst nehmen. Auch ernste Streitfragen bekamen aus dieser Perspektive Leichtigkeit, weil sie mit Humor gewürzt waren.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf freundlichem Klatsch und Tratsch über Ereignisse und Personen des Kirchenkreises, die damit Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekamen.
Dem Ghostwriter stand offenbar ein überdurchschnittliches zoologisches Fachwissen zu Gebote.
Hier einige Kostproben:
- Wir sind uns schon einmal begegnet
- „Heilige Messe“
- Hahnenschrei am Karfreitag
- Der Kollektengroschen und das Gratis-Evangelium
- Bärenstarke Woche
- Erntedankfest der Mäuse
- Fremd in der Kirche
- Ghostwriter überflüssig
- Gottwohlgefällig zum Gottesdienst
- „Ich liebe Jesus“
- Kein Platz für Hunde
- Wie Felix die Kirchenmaus zu ihrem Namen kam
- Unbekömmliche Altarblumen
- Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
- Ostern zum Ersten
- Ostern zum Zweiten
- Sommerzeit
- Tierliebe vor der Kirchentür
- Tierversuche
- Unverstandener Segen
Jede Glosse begann mit der Anrede: „Grüß Gott, liebe Christenmenschen“ und teilte scharfsichtige Beobachtungen über den kirchlichen Alltag mit. Felix vertrat eine Mausetheologie „von unten“ – aus der Sicht der kleinen und unscheinbaren Geschöpfe Gottes. Er kannte sich mit dem Evangelium sehr gut aus und sprach die Schwächen der Kirche liebevoll mahnend an. Das Abbröckeln der Volkskirche bekümmerte ihn sehr, und alle Initiativen zum Neuanfang begeisterten ihn.

Felix, die Kirchenmaus, gewann allmählich so viel Lebendigkeit, dass selbst gestandene Kirchenmänner und -frauen sich nicht scheuten, per Leserbrief mit diesem Wesen in Verbindung zu treten.